Evangelisches Pfarramt Gosau AB 4824 Gosau / Oberösterreich Tel: 06136-8209 E-Mail: office@evangelisch-in-gosau.at
Startseite
Pfarre
Geschichte

Gottesdienst-Plan
und Termine

Kindergarten

Senioren- und
Pflegeheim

Sport und Freizeit
Glaube und Leben

*Quellennachweis:

Oberstudienrat
Prof. Dr.Dr. Paul Bauer,
Das Gosautal
und seine
Geschichte


Die Entstehung der Pfarrgemeinde:

Die Sympathie und Aufnahmebereitschaft für die Lehre Martin Luthers entwickelten sich schon zur Zeit der Reformation. In der Chronik der Katholischen Pfarrgemeinde wird berichtet, dass protestantische Soldaten die neue Lehre 1525 im Tal verbreitet haben. Weitere Geschichtsforschungen haben gezeigt, dass die Lehre Luthers wohl tiefe Wurzeln geschlagen hat, denn bis zur 2. Hälfte des 16.Jahrhunderts war fast die ganze Bevölkerung evangelisch.Unter Ferdinand II (1619-1637) begann die massive Gegenreformation, als er 1624 ein "Generalreformationspatent" erließ, wonach alle innerhalb eines Jahres katholisch werden oder auswandern mussten.* Es begann die Zeit bekannt des sogenannten "Geheimprotestantismus". Nun konnten die Evangelischen nur noch geheime Gottesdienste und Andachten halten , meist auf einsamen Almhütten oder in einer Felshöhle. Im Winter versammelte man sich in einem entlegenen Bauernhof zu Andacht und Gebet. Von Bayern her, besonders aus Nürnberg, wurden die Gosauer weiterhin mit Bibeln und Gebetsbücher versorgt. Die Bücher wurden auf schwierigen Umwegen über die Grenze geschmuggelt.Unter der Kaiserin Maria Theresia (1740-1780) wurden die Rekatholisierungsmaßnahmen noch strenger. Wer öffentlich und hartnäckig am neuen Glauben festhielt, wurde nach Ungarn und Siebenbürgen verschleppt. Als man Hunderte von Evangelischen auf die Donauschiffe verladen wollte, mußten sie sich vorher von ihren Kindern trennen. Diese mußten im Land zurückbleiben und wurden "christ-katholisch" erzogen.


Nach der Unterzeichnung des Toleranzpatentes Kaiser Joseph II am 13. Oktober 1781 wurde das Patent er im Dezember im Gosautal öffentlich verlesen . Die meisten Gosauer waren zunächst skeptisch und mißtrauisch und wagten es nicht, sich für die evangelische Religion nach dem Augsburgischen Bekenntnis eintragen zu lassen. Da trat eine einfache Holzknechtswitwe hervor, Brigitte Wallner, und ließ sich als erste Einschreiben. Nun ware das Eis gebrochen, und nach ihr liessen sich viele weitere Gosauer in die Erklärung eintragen, insgesamt 1086 Personen.
Zunächst gehörte die neu entstandene Pfarrgemeinde zum Pastorat Goisern. Nachdem die Bestimmungen für das evangelische Leben kein Glockengeläut erlaubten , wurde 1784 ein einfaches Bethaus errichtet, ohne Turm oder andere "Erkennungsmerkmale" einer Kirche. Später, als das Protestantenpatent vom 8.April 1861 alle Einschränkungen der religiösen Freiheit beseitigt hatte, wurde eine neu gothische Kirche als wuchtiger Steinbau errichtet. Eingeweiht wurde die Kirche am 15. September 1869.* | zurück zur Überblick - Pfarrgemeinde |