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"Gott und Glaube ja - aber
wozu brauche ich die Kirche?"

So denken heute viele; Kirche
ist für sie ein Reizwort, ein negativ besetzter Begriff. Eigentlich
aber ist Kirche die Gemeinschaft der Menschen, die in Jesus Christus ihren
Bruder, Herrn und Befreier gefunden haben, die durch ihn Gott als ihrem
Vater und Schöpfer vertrauen und sich von Gottes Geist zum Glauben,
Hoffen und Lieben im täglichen Leben inspirieren und stärken
lassen.
Diese
Gemeinschaft der Kirche ist keine Partei und kein Club, kein Verein und
kein Interessensverband. Die Kirche ist etwas "Göttliches"
und doch zugleich ganz auf dieser Erde zuhause. Und deswegen kennt sie
Verwaltung und Paragraphen, Verträge und Finanzen, Streit und Auseinandersetzungen.
Weil Du und ich zur Kirche gehören, deswegen "menschelt"
es in ihr, deswegen braucht sie - und jede bzw. jeder in ihr - täglich
Vergebung und Erneuerung, Ermutigung und Trost.
Die
Quelle und der Ursprung für all das sind die Gottesdienste, Sakramente,
Segenshandlungen und gemeinsamen Feiern in der Kirche. In ihnen begegnet
Christus durch Worte, Zeichen und Handlungen, in die er seine erneuernde
Kraft hineingelegt hat, den Menschen. Dort, wo sie stattfinden und gefeiert
werden, entsteht, wächst und erneuert sich Kirche, Gemeinschaft von
Schwestern und Brüdern, über alle Alters-, Abstammungs-, Meinungs-
und Interessensgrenzen hinweg.
Das Augsburgische Bekenntnis, Hauptbekenntnis
der evangelisch-lutherischen Kirche, sagt dazu:
"Um den Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt
eingesetzt, das Evangelium und die Sakramente gegeben, durch die er als
durch Mittel den Heiligen Geist gibt."
Und die Kirche beschreibt es als
"die Versammlung der Gläubigen, bei denen das Evangelium
rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht
werden".
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