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Kurzbiographie
Mit freundlicher
Genehmigung der
Christlichen
Verlagsges.mbH, |
Dr. Martin Luther - bekanntester deutscher Reformator fand bisweilen deutliche Worte. Doch lernen wir diesen Mann etwas näher kennen. Wie wuchs er auf? Was prägte ihn? Wer beeinflusste seine Theologie? Wie sah sein Alltag aus? Kindheit und Ausbildung Die Eltern Hans Luther und seine Frau Margarethe waren sehr arm. Hans arbeitete im Kupferbergbau. Den beiden wird am 10.11.1483 in Eisleben ihr Sohn Martin geboren. Bereits im Jahr 1484 zieht die Familie nach Mansfeld, wo sich Hans Luther mit der Zeit zu einem angesehenen Hüttenmeister hocharbeitet. Martin wurde von seinen Eltern mit eiserner Strenge erzogen und hat wohl zu Hause als auch in der Schule den damals üblichen Gebrauch des Stocks reichlich zu spüren bekommen. Und trotzdem dankte es Martin seinen Eltern bis zum Ende, dass sie ihn streng gehalten und zum Studieren bestimmt hatten. In seiner Kindheit spielte Martin - wie es damals sehr verbreitet war - mit Steckenpferd und Windrad. Ab dem 14.3.1491 besucht Martin die autoritäre Lateinschule und lernt dort eine bedrückende Frömmigkeit kennen. Ab 1496 geht Martin in Magdeburg zur Schule. Dort herrscht eine schlichte Frömmigkeit - man bezieht sich auf die Heilige Schrift und führt keine theologischen Spekulationen . Von 1497 bis 1501 besucht Martin die Georgenschule in Eisenach und bessert als singender Student seine Versorgung auf, da die hier lebenden Verwandten sich seiner nicht annehmen wollen. Erst nachdem die Frau eines Patriziers - Ursula Cotta - ihn aufnimmt, wird Eisenach seine zweite Heimat und er erhält in der neuen Familie auch Kontakt zu den höheren Ständen. Hier erhält er auch eine sehr gute Sprachausbildung, bevor er 1501 seine Studien in der deutschen Großstadt Erfurt (16.000 Einwohner) in Theologie, Jura, und Medizin aufnimmt. Bereits im Herbst 1502 erlangt er seinen ersten akademischen Grad - den Baccalaurus artium. 1504, also mit 21 Jahren, findet Martin Luther in der Bibliothek der Universität in Erfurt das erste mal eine vollständige Bibel (natürlich in Latein) und ist überrascht, wie viel unbekanntes sie für ihn enthält. Er beginnt hebräisch zu lernen, um die Bibel noch besser verstehen zu können. Eines Tages hat Martin Luther einen Unfall: als Student trägt er ständig einen Degen mit sich herum. Er stürzt schwer, fällt in diesen Degen und muss das Bett hüten. Doch Martin Luther lässt sich nicht davon umwerfen, sondern nutzt die Zeit, die er ans Bett gefesselt ist, um das Lautespielen zu lernen. Aufgrund dieses Unfalls schaffte er so die Grundlage, um Jahre später die Kirchenmusik entscheidend zu prägen. Nach seiner Genesung geht das Studium Luthers weiter. Luther ist ein guter Student, der hoch angesehen ist. Leben im Kloster Am 2.7.1505 gerät Martin Luther auf der Wanderung von Mansfield nach Erfurt in ein schweres Gewitter und muss um sein Leben fürchten. Er "handelt" mit Gott: Wenn Gott ihn in diesem Gewitter bewahrt, wird er ins Kloster gehen und von nun an als Mönch leben. Luther nimmt dieses Gelübde sehr ernst und feiert konsequenterweise nur zwei Wochen später - am 16.7.1505 - seinen Abschied aus dem Studentenleben, trifft am folgenden Tag in das Kloster der Augustinereremiten ein und bricht seine Studien - sehr zum Unwillen seinen Vaters - ab. Martin Luther ist auf der Suche, wie er einen gnädigen Gott bekommen kann. Was muss ich tun, um ihn zufrieden zu stellen, um seine Gnade zu verdienen? Fasten, Beten, Beichten. Über Jahre sucht Luther hier den richtigen Weg, ist sich aber nie sicher, Gott wirklich zufrieden gestellt zu haben und ob Gott ihn so aufnimmt. Vielleicht war er ja doch noch nicht gut genug. Im Kloster legt er ein weiteres Gelübde ab: ein Leben in Armut und Keuschheit, das heißt, alles Weltliche, also zB Vermögen und Heirat, aus seinem Leben zu streichen. Der Alltag im Kloster ist geprägt von den Gebeten: Morgens um sechs Uhr die Prim, um neun die Terz, um zwölf die Sext, um 15Uhr die Non, dann um 18 Uhr die Vesper und um 21 Uhr die Komplet. Dies waren festgelegte Gebete und Hymnen, die aus den Psalmen entnommen wurden, so dass die Mönche die Psalmen bald auswendig singen kann. Martin Luther nimmt diese Gebetsverpflichtung sehr ernst. Im Kloster wird Martin zunächst mit den niedrigsten Aufgaben betraut: Handarbeiten und Betteln. Am 3.4.1507 wird Luther zum Priester ordiniert und hält am 2.5.1507 seine erste Messe, die er sogar fluchtartig verlassen will, weil er glaubt, mit einem gebet Gott zu nahe getreten zu sein. Ein Ordensbruder kann ihn noch davon abhalten und Luther setzt seine Predigt fort. Obwohl sein Vater Hans nur sehr widerwillig dem Eintritt ins Kloster zustimmte, ist er zur ersten Messe seines Sohnes angereist und spendet auch einiges an Geld .Doch gleichzeitig hält er seinen Sohn vor, dass Gott geboten hat, dass Kinder den Eltern gehorchen müssen und dass er sich diesem Gebot widersetzt hätte, indem er die Studien abgebrochen hat. Im Jahr 1507 nimmt Martin Luther sei n Theologiestudium wieder auf -er machte zwar seinen Job(andere Schüler zu unterrichten), aber viel lieber beschäftigt er sich mit der Heiligen Schrift. 1510 wird Martin Luther mit einem Bruder aus dem Augustinerkloster nach Rom zu Verhandlungen über Streitfragen in der Kirche geschickt. In Rom geht Martin Luther den Weg der Züchtigung und Buße. An einem einzigen Tag besucht er die sieben großen Kirchen in Rom und legt dort eine erneute Generalbeichte zur Sündervergebung ab. Zu dieser Zeit gehören auch für Luther zu der Beichte körperliche Züchtigung und Entbehrungen. Doch neben dem Besuch der Kirchen bleiben auch negative Eindrücke bei Martin Luther hängen: Die Gottesdienste werden ohne die nötige Andacht abgehalten und sind nur noch Pflichtprogramm für die Geistlichen. Die meisten von ihnen streben nach weltlicher Macht und missbrauchen dazu ihre Position in der Kirche. Am 19.10.1512 promoviert Martin Luther zum Dr. der Theologie. Doch Luther verzweifelt fast an den erdrückenden Pflichten, die ein Christ hat, um Gott gnädig zu stimmen. In schwerer Herzensangst und Schwermut verbringt er teilweise mehrere Tage in seiner Zelle, ohne einen Menschen zu sehen oder Nahrung zu sich zu nehmen. Einmal wird er deswegen ohnmächtig in seiner Zelle gefunden, nachdem seine Glaubensbrüder im Kloster seine Zimmertür aufbrechen mussten. In dunklen Stunden sieht Luther sich als von Gott verdammt, wird aber durch Brüder im Kloster, die sich seiner väterlich annehmen, bewahrt. Doch auch diese depressive Phase durchsteht Luther und widmet sich weiter dem Schriftstudium. Und während Luther sich intensiv mit der Bibel, vor allem auch mit den Psalmen, beschäftigt, bekommt er mit der Zeit ein neues Gottesbild: Die Erkenntnis des Martin Luther Er erkennt, dass die
Gerechtigkeit aus Werken, also dass Gott nur vergibt, wenn der Mensch
körperliche Züchtigungen und Entbehrungen erduldet, um sich
einen Platz im Himmel zu verdienen, und auch der Ablasshandel falsch ist.
Nicht wir Menschen müssen uns anstrengen, gerecht vor Gott zu werden,
sondern Gott allein spricht uns gerecht, wenn wir seine Verheißungen
im Glauben annehmen, d.h. wenn wir Jesus Christus als den Gekreuzigten
annehmen und ihn Herrn unseres Lebens sein lassen. Mit dieser Erkenntnis
wird Martin Luther die gesamte Kirche auf den Kopf stellen und mächtig
Ärger bekommen
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